Mandalay

Eine noch untouristische Stadt mit sehenswerter Umgebung

Myanmar ist das Land wo noch Ochsenkarren zur Feldarbeit genutzt werden, die Frauen schwere Lasten auf dem Kopf tragen und Männer (sowie einige Frauen) blutrote Zähne vom Kauen der Betelnuss haben. Das Land fasziniert mit wunderschönen unberührten Dschungellandschaften und freundlichen Menschen, die sich über einen Besuch der Europäer freuen. Es ist wunderschön und sehr günstig hier als Backpacker zu reisen. Zwei Wochen bin ich vom Norden in den Süden gereist, mit lokalen Bussen, Nachtbussen, auf Booten und Mopeds mit Seitenwagen. 

Gestartet bin ich in Mandalay: Die Fahrt vom Flughafen Mandalay zum Hostel in einem Sammeltaxi dauert über eine Stunde. Es ist wirklich recht weit. Der erste Eindruck von Mandalay ist irgendwie schön, weil kaum Verkehr herrscht, die Gebäude nicht hoch sind und es gemütlich dunkel ist, sprich kaum Strassenbeleuchtung.

Im Ostello Bello Hostel wartet schon meine Freundin Cristina aus Sizilien auf mich. Wir hatten zusammen einen 4er Frauenschlag gebucht, mit eigenem Badezimmer. So ein Luxus. Überhaupt ist das Hostel recht nett, die Volunteers, die dort arbeiten beantworten gewissenhaft alle Fragen und die Locals verkaufen Touren an einem separaten Desk. Das Frühstück ist inklusive, aber sehr einfach, weisses Toast mit Marmelade, Melone und Ei. Es gibt gratis Wasser, Tee und Kaffee. Die Atmosphäre ist echt gut, weil offenbar alle westlichen Backpacker hier sind. Am besten fand ich die Dachterasse, wo Cristina am frühen Morgen eine Yogastunde von mir erhielt. Abends bietet das Hostel dort Events und happy hours.

Am ersten Tag laufen wir vom Ostello Bello Hostel zum Königspalast, es war nicht weit, aber recht anstrengend in der Hitze. Die Gehwege eher unwegsam, dort läuft kein Einheimischer und ich war immernoch auf der Suche nach einem gescheiten Kaffee… ist hier nicht so einfach und wenn dann nur mit Kuhmilch.

Am Königspalast kaufen wir eine Eintrittskarte, die für 10000 Kyat Eintritt noch weitere Sehenswürdigkeiten beinhaltet. 

Der Palast selbst ist für mich eher enttäuschend, wieder laufen wir weite Wege, alles scheint recht in die Jahre gekommen. Es gibt aber eine nette Aussichtsplattform.

Vom Palast laufen wir zum nächsten Tempel, der Kyauktawgyi Paya ist schon sehenswerter. Hinter dem Tempel warten bereits Taxis, um die Touristen auf den Mandalay Hill zu fahren. Wir finden ein Pärchen, um die Kosten zu teilen, nachdem wir gemeinsam eine Weile in einem Sammeltaxi warteten. Die sehr günstigen Sammeltaxis fahren nur, wenn sie wirklich voll sind, da reichen vier Personen offenbar nicht.

Mandalay Hill hat uns gut gefallen, wir laufen hinunter, in der Erwartung weitere Tempel auf dem Weg zu sehen. Den doch recht langen Weg kann man sich sparen, er ist nicht schön und es gibt auch nichts weiter zu sehen. Unten angekommen nehmen wir ein tuk tuk zum nächsten im maps.me eingezeichneten Cafe, dort haben wir natürlich Kaffee erwartet, stattdessen gibt es nur lokale Gerichte, die nicht unbedingt schmecken. Vom Cafe Queen ist der weisse Tempel mit der Kuthodaw Pagoda zu Fuss zu erreichen. Wir laufen dabei durch eine absolut untouristische Gegend und werden freundlich von den Einheimischen begrüsst. Die Kuthodaw Pagoda zeigt das grösste Buch der Welt. Das ist einer der schönsten Orte in Mandalay.

Vom Tempel laufen wir Richtung Hostel, Taxifahrer bieten uns auf dem Weg recht teuer ihre Dienste. Tuk tuks gibt es offenbar nicht und das mit der grab app bestellte Taxi kommt einfach nicht. Mandalay ist noch nicht wirklich auf Touristen eingestellt, scheint es mir.

Abends gehen wir zum Nachtmarkt, dort ist es wieder erstaunlich dunkel, es gibt Essensstände, aber es werden eher die rohen Zutaten sprich Obst und Gemüse verkauft. Überall sind Fliegen und zum ersten mal wird mir beim Anblick leicht übel. Das will kein europäischer Magen verdauen, wir wagen es trotzdem in einem lokalen Restaurant am Nachtmarkt zu essen. Für 1000 Kyat pro Person erhalten wir eine merkwürdige Nudelsuppe mit einer dickeren, geschmacklosen braunen Sauce. Nicht wirklich lecker, aber ich hab was im Magen. 

Am nächsten Tag fahren wir mit der Fähre nach Mingun. Abfahrt der Fähre ist pünktlich 9:00 Uhr. Man sollte genug Zeit einplanen, um zum Fährterminal zu kommen. Wir nehmen ein offenes Tuk Tuk, das ist zur Rushhour in Mandalay ein absolutes Erlebnis. Wir scheinen auch eine Attraktion für die Einheimischen zu sein, sie winken uns zu und schauen uns mit grossen Augen an.

An der Fähre begrüsst uns der Manager der Fährgesellschaft persönlich und meint, wir sollen uns doch setzen, es dauert noch 10 Minuten. Wir laufen beim Boarding auf die Fähre über weitere klapperige Kähne, es werden grosse Bambusstühle auf dem Sonnendeck für uns aufgestellt, 6 Stühle pro Boot, wir hatten uns schon gefragt, warum nur so wenige Personen aufs Boot dürfen. Die einheimischen Boote sind überladen, ohne Stühle natürlich. Es ist wunderschön auf diesem Fluss zu sein, vorbei an grünen Schilfinseln erreichen wir nach einer knappen Stunde Mingun. In Mingun nutzt man noch Ochsenkarren als Transportmittel, auch als Taxi für Touristen. Es ist ein kleines ursprüngliches Dorf, wir zahlen einmal Eintritt für alle Sehenswürdigkeiten: einen Tempel den man nur umrunden kann. Es gibt die zweitgrösste Glocke der Welt zu sehen (die grösste ist in Moskau) und einen Marmortempel, von dem wir eine super schöne Aussicht auf weitere Stuppas und die wunderschönen grünen Berge haben. 

12:30 Uhr geht der einfache Kahn mit den Bambusstühlen auf dem Sonnendeck wieder zurück nach Mandalay. Das ist die einzige Fähre! Die Rückfahrt zum Hostel gestaltet sich wieder etwas schwierig, keine Tuktuks in der Gegend, Taxis zu teuer und auf das Grab warten wir letztendlich etwa 20 Minuten.

Nach dieser Tour haben wir uns eine Fussmassage im Massagesalon neben dem Hostel verdient.

Die Restaurants in Mandalay schliessen früh und öffnen spät, es gibt einige Foodcourts. Die sind aber ein ganzes Stück vom Ostello Bello entfernt. 

Das Mingalabar Myanmar Restaurant – empfohlen von tripadvisor – zu recht! Es gibt gratis Snacks und gratis Desert, man wird einfach nicht fertig mit essen und zur Krönung wird nicht mal eine Servicegebühr berechnet und die Tipbox für den super Service suchen wir auch vergebens. Nur zu empfehlen, vor allem, weil das Essen typisch und gut ist.

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